Mittwoch, 20. September 2017

572 Tage abstinent

572 Tage sind fast 82 Wochen, was wiederum fast 19 Monate sind und demensprechend mehr als einanhalb Jahre. So lange habe ich nichts mehr hier auf dem Blog veröffentlicht.
Vieles hat sich verändert, aber ich kann mit Stolz behaupten, dass ich immer noch lebe.

...und ich muss sagen, dass das Thema abnehmen immer noch nicht abgehackt ist. Ich wünschte es wäre es. Ich wünschte ich wäre schon bei meiner Traumfigur angekommen. Das bin ich aber leider nicht. Ich habe zwar nie aufgegeben und zwischendurch auch 7 kg verloren, wobei ich verkünden darf, dass 4 kg endgültig weg sind, aber mittlerweile schwanke ich schon wieder nach oben.
Ich war zwischendrin sogar normalgewichtig. Wichtig ist hier die Vergangenheitsform: WAR! Denn nun trennen mich wieder ca. 1,5 kg. Aber die gehen wieder weg, denn ich weiß wie es geht. Denn eigentlich ist abnehmen einfach:
mehr Kalorien verbrennen als zuführen. 
Das ist die ganze Kunst. Zumindest im Großen und Ganzen. Den Rest wie "Protein nicht vergessen" und "viel Gemüse" habe ich mittlerweile im Blut. Ich beobachte mich ganz genau und kann nach einem Stillstand oder Rückschritt genau sagen, was der Fehler war und warum ich ihn begangen habe. Viele würden jetzt sagen, dass ich zu streng mit mir bin, aber man muss die Wahrheit mal aussprechen und zu Papier (bzw. zum Blog) bringen: Ich genehmige mir zu viele Ausnahmen!
Oder anders gesagt: mir fehlt es an Disziplin.
Es ist peinlich. Ich könnte abnehmen, ich würde schlank sein, ich wäre zufrieden mit meinem Körper, ich könnte stolz auf mich sein.... wenn ich mal diszipliniert und strikt durchgreifen würde. Ich muss komplett ehrlich zu mir sein wegen dem, was ich esse. Nicht mehr und nicht weniger.

Und das will ich jetzt mal wieder. Und hier kommt der Blog ins Spiel: Mein Ziel ist es, reflektiert und absolut schonungslos mich mit der Wahrheit zu konfrontieren und mal zu Tastatur bringen, wenn und warum etwas nicht so geklappt hat, wie es geplant war. Denn von meinen Plänen bin ich überzeugt. Genauso kann ich auch meine Erfolge und Willensstärke festhalten und es genießen. Und das wird nun in die Tat umgesetzt!

Freitag, 26. Februar 2016

Doppeltes Abspecken - mein (Schweine)Hund ist fett

Ich habe einen Hund.
Darf ich vorstellen:
Name: Carly
Alter: in ihren besten Jahren
Rasse: Appenzeller-Bernersennen-Mix (Charakter: fauler Bernersennenhund, Aussehen: sportlicher Appenzeller Sennenhund)
Stop, sportlich sieht sie ja gar nicht mehr aus! Sie ist mega fett geworden, nachdem wir sie kastrieren mussten. Aktuell wiegt sie um 40 kg und es könnten 10 kg runter laut dem Tierarzt.

Wie macht man das aber? Es ist ja schon schwer genug jemanden zu erklären, was zu tun ist, wenn man dieselbe Sprache spricht . Aber einem Hund?
Zum Glück funktioniert Abnehmen bei Tieren genauso wie bei Menschen: mehr Bewegung oder weniger Essen.
Da hätten wir allerdings auch schon das Problem: mein Hund ist sowohl faul, als auch gefräßig. Warum sollte sie rausgehen wollen, wenn man ein Fußbodenheizung hat und die Sonne immer durch das Balkonfenster scheint? Dabei könnte sie so viel Bewegung haben: ich würde sie beim Joggen und Ausreiten mitnehmen. Oder beim Inliner und Rad fahren. Leider ist sie aber der Art Hund, der nur zwei Straßenlaternen weit läuft und dann mit ihrem Blick sagt: "Ich habe mein Geschäft verrichtet und habe dem Nachbarshund hinterher geschnüffelt. Mein Tagesziel ist erreicht; wir können jetzt gerne wieder umdrehen."
Wenn ich sie dann einmal überreden kann, mich doch beim Joggen zu begleiten, bleibt sie an jeder Weggabelung stehen und schaut mich an: "Ist das dein Ernst? Du willst geradeaus laufen? Du weißt aber schon, dass es links schneller nach Hause geht, oder?" Wenn ich ihr dann zu verstehen gebe, dass ich geradeaus möchte, lässt sie sich so weit nach hinten fallen, bis sie meint, dass ich sie vergessen habe, damit sie ganz schnell umdrehen kann und alleine nach Hause laufen kann.
Man kann ihr auch ganz genau ansehen, wo wir gerade sind: das erste Drittel einer Runde hängt sie immer hinterher und lässt sich für jeden Schritt von zuhause weg bitten. Dann irgendwann hat sie die Orientierung verloren bzw. ist sich nicht sicher, ob zurücklaufen kürzer ist oder wir eh bald wieder zuhause sind. Sobald sie allerdings weiß, dass es wieder in Richtung Fußbodenheizung geht, kann es ihr nicht schnell genug gehen. Das Balkonfenster ruft schließlich schon.
Fauler geht's kaum noch!

Wenn es anscheinend nicht mit Bewegung klappt, muss man versuchen über die Futterration etwas Kalorien einzusparen. Allerdings hat Carly auch ihre geheimen Futterquellen.
So kam es, dass uns unsere Nachbarin mit einem Video überraschte, auf dem man sehen kann, wie unser Hund abends das Pferdefutter frisst, welches eigentlich für die Ponys am nächsten Morgen gedacht war. Da schleicht sie einfach rüber und öffnet jede einzelne Box sorgfältig und bedient sich... Hunde sind Fleischfresser? Meiner isst alles!

In der Zeit, die ich nun zuhause verbringe ist sie also mein perfektes Sportopfer. Wenn ich keine Lust auf Laufen habe, habe ich wenigstens einen Grund es doch zu tun: damit sich der faule Hund etwas mehr bewegt.
(Wer wohl am Ende der Semesterferien mehr abgenommen hat?)

Dienstag, 23. Februar 2016

Meine letzte Woche: reden wir am besten nicht davon

Meine letzte Woche lässt sich extrem gut und schnell zusammenfassen: Sie war hart und anstrengend. Dienstag ist meine liebe „Zwischenmiet-Mitbewohnerin“ ausgezogen und mein alter Mitbewohner wieder eingezogen. Seitdem hat sich das einst so schöne WG-Leben in einen einzigen Kindergarten verwandelt. Mittwoch hatte ich dann eine Klausur die semi-gut gelaufen ist (ich hoffe einfach, dass es für ein bestanden gereicht hat) und danach habe ich nur hinter meinen Chemiebüchern geklebt, weil ich gestern die angeblich schwerste Prüfung des Semesters -wenn nicht sogar eine der Top 3 schwersten im Studiengang- geschrieben habe.

Was kann ich dazu sagen? Ich würde mal sagen „bestanden mit 91%“ (und alle schreien sie Streber!)

Was habe ich aber also gelernt?
  1. Vertraue niemals einem Dozenten, wenn er dir sagt, dass ein bestimmtes Thema nicht klausurrelevant ist. Es kann trotzdem in der Klausur abgefragt werden!
  2. Vertraue niemals deinen Kommilitonen, wenn sie dir sagen, dass die Durchfallquote bei 80% liegt. Die Klausur ist trotzdem machbar, wenn man nicht mit kompletten Unwissen hineingeht!

Auf jeden Fall freue ich mich sehr über das Ergebnis. Erst habe ich gezweifelt, ob ich das überhaupt überlebe und dann kommt sogar eine 1 dabei raus. Aber die hatte auch ihren Preis: Seit letzten Dienstag habe ich sämtliche gute Vorsätze über Bord geschmissen gehabt: Meine Ernährung bestand zu mindestens 75 % nur aus Zucker. Alleine am Wochenende mussten 24 Pick-Ups und 18 Kinderriegel dran glauben, weil es mir so schlecht ging.
Aber diese Woche ist eine andere Woche und diese beginnt mit einer schönen Reise in die Heimat, wo meine Lieblingslaufstrecken auf mich warten. Dann schwinge ich mich auf den Rücken von meinem Pferd und genieße lange Ausritte. Oder auf mich wartet eine schöne Inlinertour mit meiner Tante, wenn das Wetter schön ist. Für Regen habe ich meinen Bikini dabei, damit wir schwimmen gehen können.

Man sieht, ich habe viel sportliches geplant und passenderweise wird meine Ernährung von vor einer Woche auch wieder konsequent durchgezogen. Ich habe ja schließlich immer noch das Ziel, das nächste Semester mit Normalgewicht zu beginnen -und jetzt gibt es erst einmal keine Prüfungen, die mir so Angst einjagen, dass ich mich nur durch Schokolade beruhigen lasse.

PS: Mein Gewicht ist zum Glück genauso geblieben wie vor einer Woche: 76,0 kg. Keine Zunahme. Keine Abnahme. Immer noch übergewichtig... (aber das werden wir jetzt ändern)

Dienstag, 16. Februar 2016

Tagebuch einer Waage: es wird langweilig

Es geht nicht vor uns zurück -richtig langweilig also.
Ich kann weder sagen, dass ich eine großartige Abnahme hatte, noch kann ich sagen, dass ich eine wahnsinnige Zunahme hatte und deswegen ein großes Frustfressen veranstaltet habe. (Wobei ich gegen lecker lecker Frustfressen auch nichts hätte... ich vermisse meine leckere Schokolade und andere Süßigkeiten).

Die Hälfte der Woche verläuft äußerst vorbildlich. Ich esse vor allem Gemüsse und bleibe im Kalorienrahmen. Das ist der Teil, wo ich wahnsinnige Abnahmen erziele und mich schon darauf vorbereite, ans nächste Zwischenziel zu stoßen. Dann kommt allerdings der zweite Teil der Woche wo "alles besser schmeckt als sich dünn sein jemals anfühlen würde". Diese Woche hat mir vor allem mein Samstag und Sonntag das Genick gebrochen. Da war ich bei meinem Freund und es gab schöne selbstgemachte Pizza, alkoholfreies Bier, Schokolade zum Valentinstag und Lernmotivationssnacks. Die Lernmotivationssnacks waren zwar größtenteils an sich gesund, aber irgendwann schlägt auch der sechste Salat mit Dressing ins Gewicht. Dazu hat sich mein Liebster super um mich gekümmert und mir einen Quark mit Früchten vorbereitet, damit ich ja am Schreibtisch sitzen bleibe und schön lerne.
Das mit dem Lernen hat an dieser Stelle schön geklappt, allerdings hat der Quark oder Salat auch Kalorien (wenn auch wenig, aber er hat welche), sodass dieses Wochenende eher kontraproduktiv für meine Abnahme war.
Und so stehe ich auf der Waage und blicke traurig auf eine weitere Woche ohne Abnahme:
Ich wiege im Moment 76,0 kg, was eine minimale Zunahme von 100 g macht.
Was solls. Drauf gepfiffen.


Diese Woche wird besser, weil ich das Wochenende außnahmsweise mal zuhause bleibe und es keinen Grund gibt, warum irgendeine Versuchung aus dem Busch direkt auf mich zuspringen sollte. Komischerweise tut mein derzeitiges Stillstehen meiner Motivation keinen Abbruch und ich blicke immer noch optimistisch in die Zukunft. Das wundert mich zwar ein wenig, weil ich normalerweise an einem solchen Punkt schon immer über einen Abbruch nachdenke, aber "ungerechtfertigte" Motivation ist besser als gar keine Motivation. Also ab in die Hände gespuckt, diese Woche erreichen wir mein nächstes Ziel!

Sonntag, 14. Februar 2016

ein Liebesbrief ans Fitnessstudio

Liebes Fitnesstudio,
vom ersten Tag an, habe ich dich innerlich geliebt. Wenn meine Freunde nach dem Training gefragt haben, habe ich ein Strahlen in den Augen bekommen, weil ich von dir erzählt habe. Ich bin morgens aufgestanden und musste daran denken, dass ich dich abends wiedersehe -oder eben nicht, weil es Wochenende war und niemand da war, der einen Schlüssel hatte, um die Tür die uns trennt, zu öffnen. Damit wir wieder vereint waren. 
Der letzte Gedanke an jedem Abend galt auch dir. Du hast mich jeden Tag wieder glücklich gemacht. Du hast mir meine Grenzen aufgezeigt und mir gezeigt, dass ich sie überwinden kann. Und ich habe sie oft überwunden -für dich, für mich, für uns.
Ich habe schon unsere gemeinsame Zukunft geplant. Es wird eine gemeinsame Zukunft geben. Ich weiß es!
Leider muss ich dich aber jetzt verlassen. Bevor du fragst: es gibt da niemanden anderen. Klar, ich werde mehr Zeit mit meinen Laufschuhen verbringen, aber das ist nicht das Gleiche: Mein Herz schlägt für dich und ich könnte dich nie ersetzen. Du hast mir so viel gezeigt und dafür bin ich dir dankbar. Und ich weiß, dass wir gemeinsam noch so viel mehr schaffen können. Denke bitte an den Klimmzug...
Aber nicht nur ich genehmige mir Abstand von dir. Auch du von mir. Das Gefühl, dass wenn ich wieder zurückkommen würde, um dich zu sehen, und du dann nicht da bist, zerreißt mich jetzt schon. Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen: Die Semesterferien sind gekommen, ich muss nach Hause, in die Heimat, zu meiner Familie und du... du bekommst eine "Grundreinigung". 
Am Mittwoch war ich das letzte Mal bei dir gewesen und ich war so lange da, wie es mir möglich war. Der Trainer hat hinter mir die Tür abgeschlossen und ich habe einen letzten Blick zurück geworfen. Und nun, jetzt sehen wir uns erst einmal nicht mehr. Und das wo ich mich gerade so nach dir verzehre...
Ich brauche dich. Ich vermisse dich. Wir hatten so eine schöne Zeit und ich verspreche, dass ich wiederkomme.

In Liebe,
ich

Ab Montag beginnt ganz offiziell die vorlesungsfreie Zeit. Das heißt jetzt nicht, dass jetzt Highlife in Tüten gemacht wird, denn bevor ich heimfahren kann, gibt es noch zwei Prüfungen, die ich hinter mich bringen muss. Eigentlich wäre es die perfekte Zeit gewesen, um zwischen dem ganzen Lernstress ein wenig Ablenkung durch Sport im Fitnessraum zu bekommen. Aber der Fitnessraum der Uni bleibt jetzt erst einmal geschlossen. Das ist wirklich sehr schade, weil ich gerade jetzt einen unheimlich großen Schritt in Richtung Klimmzug gemacht habe. Eigentlich bin ich gerade hoch motiviert und somit der total falsche Zeitpunkt, um eine Pause einzulegen, aber was muss, das muss.
Umso schlimmer wenn man auf Instagram mit Fotos und Videos aus dem Fitnessstudio "belästigt" wird. Man kann da doch nur neidisch werden.